Kontrollieren und Editieren von Messumformern direkt vor Ort

Intuitives Farbenleitsystem erleichtert die Steuerung und reduziert Eingabefehler 

Messumformer werden immer häufiger auf Basis von Mikrocontrollern gefertigt. Dadurch ergeben sich viele neue Parametrierungsvarianten, die dem Nutzer einen größeren Spielraum zur individuellen Anpassung gewähren.
Um diesen jedoch ausschöpfen zu können, bedarf es in der Regel eines Eingabegerätes wie etwa eines PCs oder Laptops – was sich oft als umständlich erweist, wenn das Messmittel bereits verbaut ist.
Aus diesem Grund hat ein Hersteller ein mobiles Bedien- und Anzeigemodul entwickelt, das sich einfach per Hot Plugging auf verschiedene Grundgeräte aufstecken lässt.

„Messumformer sind in der Regel Schaltschrankgeräte: Sie werden eingebaut, parametriert und dann wird der Schrank wieder geschlossen. Nur zu gewissen Anlässen, wie einer regelmäßigen Überprüfung, einer Neueinstellung oder bei Fehlermeldungen, ist ein erneuter Zugriff nötig“, erklärt Harry Biehler, Geschäftsführer bei der Adamczewski Elektronische Messtechnik GmbH. „Wenn hierfür aber ein PC oder ein Laptop notwendig ist, wird aus einem eigentlich simplen Prozess eine kosten- und arbeitsintensive Aufgabe.“

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Bild 1: Über den LCD-Bildschirm und eine mehrsprachige Menüführung des mobilen Bedien- und Anzeigemoduls können nun auch komplexe Funktionen, wie das Anzeigen, Konfigurieren und Simulieren von Messwerten, ausgewählt werden

Um diesen Vorgang nun zu erleichtern, hat Adamczewski 2017 das flexibel aufsteckbare Bedienteil VarioControl entwickelt (Bild 1), das mit jeglichen Messumformern des Herstellers der Bauart GVD – darunter fallen beispielsweise alle üblichen Typen wie Trennverstärker, Temperaturmessumformer und Messkontakter – kompatibel ist. Mit Maßen von nur 20 x 64 x 14 mm lässt sich das Modul dabei platzsparend im Werkzeugkoffer verstauen und auf Kontrollgänge mitnehmen.

Einfache Bedienung über dreifarbige LCD-Anzeige

Das Gehäuse des VarioControl kann durch Aufrasten auf das betreffende Grundgerät angebracht werden und ist danach per Hot Plugging sofort betriebsbereit. Es verfügt über drei Knöpfe, die durch den deutlich spürbaren Druckpunkt eine intuitive Bedienung sicherstellen, und eine dreifarbige LCD-Anzeige mit Hintergrundbeleuchtung.

„Mit einer Auflösung von 42 x 56 Pixel sind darauf trotz des schmalen Designs alle Informationen problemlos ablesbar. Auch spitze Ablesewinkel sind möglich“, bemerkt Moritz Alt, Entwickler bei Adamczewski.

Über eine deutsche oder englische Menüführung können alle Ein- und Ausgangswerte eingesehen und Parameter neu eingestellt sowie auf dem VarioControl gespeichert werden. So lässt es sich sowohl dynamisch zur Überprüfung verschiedener Messumformer als auch statisch als dauerhafte Anzeige einsetzen. Die gespeicherten Werte können zudem leicht auf andere Grundgeräte überspielt werden, so dass die Neuimplementierung, Sicherung und Wiederherstellung von Geräteparametern ohne zusätzliche Hilfsmittel durchgeführt werden kann.

Der Bediener wird dabei durch ein Farbleitsystem unterstützt, das eine leichte Orientierung ermöglicht und dadurch Eingabefehler verhindert. „Ein Betreiber reagiert auf Farben in der Regel schneller als auf einen Anzeigetext und auch aus der Entfernung sind farbige Meldungen sofort zu erkennen“, bestätigt Biehler.

Im Standardbetrieb ist das Display grün hinterlegt, da diese Farbe durch den guten Kontrast und den geringen Energiebedarf die Lesbarkeit sowie die Langlebigkeit erhöht. Befindet sich der Nutzer im Menü, wechselt der Bildschirm auf Gelb; werden Parameter editiert, wird er weiß. Wenn länger als 1 min keine Eingabe getätigt wird, springt die Anzeige wieder in den Standardbetrieb. Betriebs- oder Eingabefehler werden mit Rot signalisiert.

Simulationsmodus zur Kontrolle nachfolgender Prozesse

Zusätzlich zur Anzeige- und Bedienfunktion verfügt das VarioControl über einen Simulationsmodus, der mit der Statusfarbe Orange optisch dargestellt wird: „Im Parametriermenü können eine beliebige Schrittweite und Zeitspanne eingestellt werden. Nach der Aktivierung simuliert das Gerät eine Eingangsquelle, die sich genau um diese Schrittweise im angegebenen Zeitraum nach oben oder unten verändert“, beschreibt Alt die Anwendung.

Auf diese Weise kann kontrolliert werden, ob alle nachfolgenden Prozesse wie gewünscht durchgeführt werden. Es ist wählbar, ob dieser Vorgang permanent oder temporär über 3 min stattfindet. Dabei können die simulierten Werte auch an beliebiger Stelle gestoppt oder manuell verstellt werden, so dass das VarioControl als Sollwertgeber fungiert. „Dies ist außerordentlich praktisch, wenn eine Anlage weiter funktionieren soll, obwohl ein Messwertsensor defekt ist oder gerade gereinigt wird“, so Alt weiter.

Das Modul lässt sich nach Beendigung der Arbeiten einfach wieder bei laufendem Betrieb vom Grundgerät ziehen und sicher verstauen, was die Manipulationssicherheit erhöht. Um zusätzlich Eingabefehler zu verhindern, kann zwischen zwei Nutzerprofilen, Admin und User, gewählt werden. Nur im Admin-Profil ist das Editieren von Parametern erlaubt, Usern ist lediglich das Einsehen der Werte gestattet.

Betriebssicherheit durch Langlebigkeit

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Bild 2: Harry Biehler (Geschäftsführer) und Moritz Alt (Entwicklungsleiter) stehen auf der diesjährigen IFAT in München für erste Gespräche und konkrete Anfragen zur Verfügung
Bilder: Adamczewski Elektronische Messtechnik GmbH

Durch die Verwendung beständiger Materialien und durch große Grenzwerttoleranzen soll die Betriebssicherheit möglichst lange sichergestellt werden: Das Gehäuse des VarioControl besteht aus robustem und langlebigem Kunststoff.

„Zudem wurde die Kontaktierung zum Grundgerät mit im Bedienteil verbauten vergoldeten und damit korrosionsgeschützten Federkontakten realisiert. Deren Gegenstück sind vergoldete Kontaktflächen am Messumformer“, ergänzt Alt.

Mit moderner Elektronik im Bedienmodul konnte trotz des geringen Platzangebots die Betriebssicherheit und Störfestigkeit zusätzlich erhöht werden.

Vom 14. bis 18. Mai 2018 wird VarioControl erstmals auf der IFAT in München vorgestellt. Geschäftsführer Harry Biehler und Entwicklungsleiter Moritz Alt (Bild 2) stehen in Halle C, Stand 150 (Gemeinschaftsstand mit der Firma Boie) für erste Gespräche und konkrete Anfragen zur Verfügung.

Info → Adamczewski