Wassermanagement-System trägt zur Trinkwasserhygiene bei
Nirgendwo werden so hohe Anforderungen an die Trinkwasserhygiene gestellt wie in einem Krankenhaus. Die Charité – Universitätsmedizin Berlin setzt deshalb in den erneuerten Operationsbereichen des Campus Benjamin Franklin auf berührungslose Sanitärarmaturen in Verbindung mit Temperatursensoren und dem Wassermanagement-System SWS von Schell.
Bild 1: Allein die Sanierung der denkmalgeschützten Außenfassade wird voraussichtlich 19 Millionen Euro kosten
Der seit 2003 zur Charité gehörende Campus Benjamin Franklin (Bild 1) in Berlin-Steglitz wurde 1968 als seinerzeit ausgesprochen moderne Klinik eröffnet. 50 Jahre später sind die technischen Anforderungen völlig andere, spielen flexible medizinische Abläufe, erhöhte Patientensicherheit und Kapazitätsausbau eine wichtige Rolle.
Um den gegenwärtigen und zukünftigen Nutzungsanforderungen gerecht zu werden, und um das Klinikum wieder effizient bewirtschaften zu können, setzt die Charité auf Optimierungen. Sukzessiv wird derzeit das Hauptgebäude saniert – allem voran die Operationssäle (Bild 2). Sie befinden sich in der obersten Etage des Klinikums, also im besonders kritischen endständigen Bereich der bestehenden Trinkwasser-Installation.
Sauberes Trinkwasser hat höchste Priorität
Weil Infektionserreger im Trinkwasser bei prädisponierten Personen schwere Erkrankungen auslösen können, ist der Erhalt der Wassergüte gerade im OP-Bereich ein immer präsentes Thema.
Bild 2: 10 neue OP-Säle sind mit moderner Apparatemedizin ausgestattet – Videokonferenzen während eines chirurgischen Eingriffs sind innerhalb der gesamten Charité möglich. Im Bild fehlt noch der OP-Tisch
Doch die bauliche Situation macht diese anspruchsvolle Aufgabe nicht einfach: Wie alle Kliniken und Krankenhäuser ist auch der Campus Benjamin Franklin ein Gebäudekomplex mit einem stark variierenden Wasserbedarf.
Der periodisch sehr hohe Wasserbedarf mit temporären Verbrauchsspitzen erfordert ein entsprechend groß dimensioniertes Rohrleitungsnetz und viele Entnahmestellen. Zugleich sind die Anzahl der Steigestränge und die Schachtbelegung hoch.
In den dicht nebeneinander liegenden Warm- und Kaltwasserleitungen kann „Lauwarmwasser“ entstehen, was eine Kontaminierung der Trinkwasser-Installation begünstigt. Da es dazu baulich keine Alternative gab, sollten zukünftig über einen entsprechend erhöhten Wasserwechseln Kaltwassertemperaturen von mehr als 25 °C vermieden werden und die Wassertemperaturen über Temperatursensoren überwacht werden.
Planungsziele der Charité
Um für die OP-Bereiche die hygienisch bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen, wollte die Charité die Möglichkeit haben, Nutzungen, Stagnationsspülungen und Wassertemperaturen permanent aufzuzeichnen und auswerten zu können.
Dies ist Teil des Hygienekonzeptes. Weiterhin sollten Stagnationsspülungen sowohl an festen Zeiten und darüber hinaus auch beim Erreichen kritischer Temperaturen vollautomatisch erfolgen.
Bild 3: In den neuen OP-Bereichen des Campus Benjamin Franklin stellt ein Wassermanagement-System SWS von Schell den Wasserwechsel automatisch sicher und dokumentiert ihn lückenlos
Kriterien für die Entscheidung
Mit dem Wassermanagement-System SWS (Bild 3) von Schell wurde eine sichere und kosteneffiziente Lösung realisiert.
Das SWS ermöglicht
1.) regelmäßige Stagnationsspülungen
2.) eine kontinuierliche Temperaturüberwachung, um möglicherweise kritische Wassertemperaturen (≥ 25 °C bis ≤ 55 °C) zu erkennen und dieses Wasser unmittelbar ausspülen zu können
3.) die einfache Steuerung, Wartung und Diagnose aller vernetzten Armaturen.
Maßnahmen zum Erhalt der Trinkwassergüte
Zum Zeitpunkt der Entscheidung für den Einsatz des Wassermanagement-Systems SWS war ein Teil der neuen Trinkwasser-Verteilleitungen bereits verlegt, was jedoch kein Problem darstellte, weil die Kommunikation der Armaturen mit dem Server beim Schell SWS auch als Mischform aus Funk und Kabel betrieben werden kann.
Über das funkbasierte Wassermanagement-System SWS ist ein Großteil der elektronischen Schell Sanitärarmaturen vernetzt – in diesem Fall alle Thermostat-Armaturen. Hingegen ist aus baulichen Gründen eine weitere Sanitärarmatur kabelgebunden in das Wassermanagement-System integriert.
Hygienearmaturen und hygienekonforme Betriebsweise
Bild 4: Die Aufputz-Waschtisch-Armaturen „Vitus E-T“ mit Thermostat und Verbrühungsschutz gewährleisten die berührungslose Hygiene bei effizientem Wassereinsatz
Um beste Bedingungen für operierende Ärzte und Patienten zu schaffen, kamen 13 berührungslose Aufputz-Wandarmaturen „Vitus E-T“ mit Thermostat zum Einsatz (Bild 4). Denn hygienisch besser als eine übliche „Ellenboden-Betätigung“ ist eine berührungslose Auslösung des Wasserflusses.
Weiterhin kam die neue Kaltwasser-Armatur „Walis“ mit integriertem Temperaturfühler zum Einsatz, die sich eine Etage über den OPs im Bereich der Lüftungszentrale an einem Ausgussbecken befindet (Bild 5). Diese Armatur wurde speziell als „Spülstation“ für Ausgussbecken entwickelt.
Bild 5: Das Ausgussbecken in der Lüftungszentrale : „Walis“ ist die erste elektronische Kaltwasser-Aufputz-Armatur mit integriertem Temperatursensor von Schell
Serienmäßig leistet sie 5 l/min und liegt damit im Bereich vieler Spülstationen, ist aber preisgünstiger. Und durch den einfachen Austausch des Strahlreglers kann die Spülleistung sogar auf 8 bis 10 l/min verdoppelt werden.
Diese elektronische Armatur Walis, die auch ohne Wassermanagementsystem betrieben werden kann, wurde an einem Ausgussbecken installiert, an dem nur sporadisch zu Reinigungsarbeiten Wasser entnommen wird.
Im Hinblick auf die Trinkwasserhygiene ist jedoch gerade diese Entnahmestelle von höchster Bedeutung, da sie sich am Ende der Kaltwasser-Strangleitung befindet, die auch den OP-Bereich mit Trinkwasser versorgt
Temperaturfühler und ihre wichtige Aufgabe
Bild 6: Das Schell Wassermanagement-System SWS erfasst an ausgewählten Stellen die Temperaturen von Kalt- und Warmwasser, dokumentiert diese und löst bei Bedarf vollautomatisch Stagnationsspülungen aus
Das Erwärmungspotenzial der Trinkwasserleitungen in den OP-Bereichen ist aufgrund der Dichte der Leitungen sehr hoch. Weil aber die Temperatur im Trinkwasser einen maßgeblichen Einfluss auf die Vermehrung gesundheitsgefährdender Mikroorganismen hat, muss sie gerade in diesen wichtigen Bereichen des Klinikums ständig kontrolliert werden.
Dabei darf die Warmwassertemperatur nie unter 55 °C sinken und die Kaltwassertemperatur darf 25 °C nicht übersteigen. Denn in diesem Temperaturbereich vermehren sich Bakterien exponentiell und die Hygiene gerät in Gefahr.
Parametrierung des Wassermanagement-Systems SWS
Am Campus Benjamin Franklin sind festgelegte echtzeitgesteuerte Automationen und parallel temperaturgesteuerte Hygiene- Automationen aktiv. Der zuvor vom Betreiber entwickelte Spülplan sichert ab, dass sich beide Automationen hervorragend ergänzen und somit die Basis zur Einhaltung des bestimmungsgemäßen Betriebs darstellt.
Durch gleichzeitiges Spülen mehrere Entnahmestellen wird auch in den größeren Leitungen ein ausreichend hoher Volumenstrom erzeugt, der Ablagerungen an den Wandungen entfernt.
Über das SWS können daher die Armaturen zu Spülgruppen zusammengefasst werden. Das Schell Wassermanagement-System SWS (Bild 6) ist jederzeit erweiterbar, weitere Armaturen können in das System integriert werden.
Wenn operiert wird, steht die Hygiene an allererster Stelle Bilder: Schell / Anke Müllerklein
Bautafel
Objektart: Klinikgebäude
Standort: Berlin, Hindenburgdamm 30,
Bauherr: Charité – Universitätsmedizin Berlin
Bauzeit (Bauabschnitte 1+2): 2013 – 2017
Baukosten / Gesamtumfang: ca. 60 Millionen Euro
Architektur und TGA-Planung: Ludes Architekten – Ingenieure, Recklinghausen
Schell Planer-Berater: René Kühl, Berlin
Ausführender Sanitärfachbetrieb: Georg Degen GmbH & Co. KG, Berlin
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