Vielfach wird der Eindruck erweckt, dass die Effizienz einer Heizungsanlage alleine vom Wärmeerzeuger abhängt und mit der Wahl des „richtigen“ Wärmeerzeugers der vorliegende Wärmebedarf mit einem niedrigen Energieverbrauch und geringen Energiekosten gedeckt werden kann. Dabei wird übersehen, dass neben dem Wärmeerzeuger auch Art und Betriebsweise des Wärmeverteilsystems einen sehr großen Einfluß auf die Effizienz der Heizungsanlage als Ganzes haben.
Grundlegende Fehler bei der Wärmeverteilung, Wärmeübergabe und Regelung der Anlage können den Energieverbrauch – unabhängig von der Wahl des Wärmeerzeugers – in die Höhe treiben. Warum die Entscheidung für ein Niedertemperatursystem somit der Schlüssel für die Wärmewende ist, führt der Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V. (BVF) hier aus.
NT-ready: Effiziente Wärme- und Kälteübergabe mit niedrigen Systemtemperaturen
Die Wärmeprozesskette beschreibt den gesamten Ablauf der Wärmeübertragung und -nutzung in einem thermischen System. Sie umfasst mehrere Schritte, die zusammenwirken, um Wärme zu erzeugen, zu transportieren und zu nutzen. Die Hauptbestandteile der Wärmeprozesskette sind: Wärmeerzeugung, Wärmeverteilung, Wärmespeicherung und Wärmerückgewinnung.
Die Temperaturniveaus können sich je nach Nutzung stark unterscheiden: Gebäude aber brauchen Niedertemperaturwärme, wenn der CO2 – Ausstoß deutlich reduziert werden soll.

Bild: BVF eV
Jedes Grad mehr an Vorlauftemperatur führt zu 3,5 % höherem Stromverbrauch! Dies stellt die enorme Relevanz eines guten Anlagenkonzeptes inklusive Wärmeerzeugung, Wärmeverteilung und auch Wärmespeicherung heraus, um nachhaltig Ressourcen zu schonen. Denn der Temperaturunterschied von teils 30 °C bei den Vorlauftemperaturen macht deutlich, wie hoch das tatsächliche Einsparpotential ist und dass damit nur Niedertemperatursysteme Sinn machen!
Flächenheizungen und Flächenkühlungen arbeiten mit niedrigen Vorlauftemperaturen. Als echte Niedertemperatur-Übergabesysteme sind sie „NT-ready“ und damit optimal auf den Einsatz moderner Wärmeerzeuger wie Wärmepumpen abgestimmt.
Dank der großen Übertragungsflächen kann das Temperaturniveau besonders niedrig gehalten werden – ein entscheidender Faktor für hohe Effizienz, niedrige Betriebskosten und einen nachhaltigen Gebäudebetrieb.
Behaglichkeit, Flexibilität und Wertsteigerung
Flächenheizungen und -kühlungen stehen für höchste thermische Behaglichkeit: gleichmäßige Temperaturverteilung, keine Zuglufterscheinungen, ein angenehmes Strahlungswärmegefühl und ein gesundes Raumklima.
Mit ihren vielfältigen Systemen bietet die Flächenheizung und -kühlung modernste Lösungen, um Energieeffizienz, Behaglichkeit und Werterhalt für den Gebäudebestand zu gewährleisten. Es lässt sich nahezu für jedes Projekt das passende System mit der geeigneten Förderung finden, um die Wohnung oder Immobilie zukunftssicher zu machen. Insbesondere da Flächenheizungen – und -kühlungen mit allen Wärmeerzeugern kompatibel sind!
Durch die Speicherfähigkeit der Flächenheizung kann zudem der Wärmepumpen‐Betrieb bei Netzspitzen unterbrochen und die Verbrauchskosten zusätzlich gesenkt werden.
Die Vorteile von Flächenheiz- und -kühlsystemen gehen weit über die reine Temperierung hinaus:
• Energieeffiziente und CO2-arme Betriebsweise
• lange Lebensdauer und hohe Betriebssicherheit
• weitgehende Wartungsfreiheit
• unsichtbare Integration in Boden, Wand oder Decke
• zusätzliche Wertsteigerung der Immobilie durch Komfortgewinn und energetische Optimierung
• in Kombination mit reversiblen Wärmepumpen kann ein System für das Heizen und Kühlen genutzt werden
Fazit
Flächenheizungen und Flächenkühlungen sind ein elementarer Bestandteil von Niedertemperatursystemen. Sie verbinden Effizienz, Behaglichkeit und Wirtschaftlichkeit und sind auch die idealen Partner von Wärmepumpen. Sie sind damit die beste Lösung für nachhaltiges Heizen und Kühlen von Gebäuden und leisten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele im Gebäudesektor.
Info → BVF
