Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit

Die Green Factory 2.0 ist ein besonders nachhaltiges Produktions- und Bürogebäude, das nahezu energieautark betrieben werden kann. Der Neubau soll ab April dieses Jahres bis Anfang 2019 sukzessive bezogen werden. Siehe hierzu auch den Beitrag „Green Factory 2.0: Energieeffizienz nimmt Gestalt an“ in diesem Magazin. Im folgenden ein Interview mit dem Bauherren Andreas Müller, Geschäftsführer der Alois Müller Gruppe.

Die GebäudeTechnik: Herr Müller, bereits 2012 hat die Alois Müller Gruppe mit der Green Factory ein echtes Leuchtturm-Projekt gestartet. Mit einer Gesamtfläche von 18.000 m2 entsteht jetzt die weltweit größte nahezu energieautarke Green Factory überhaupt. Wie kommt es dazu?

Andreas Müller: Das ist dem aktuellen Erfolg geschuldet, den wir in allen Bereichen feststellen. Um das Auftragsvolumen auch in Zukunft schultern zu können, müssen wir weiter wachsen – nicht nur in der Produktion, sondern auch im Service und vor allem auch im Engineering. Das bedeutet zwingend, dass wir unsere Strukturen weiter verändern und anpassen müssen. Räumlich wachsen können wir nur an unserem Standort in Ungerhausen. An unserem Hauptsitz in Memmingen platzen wir aus allen Nähten und auch in der bereits bestehenden Green Factory in Ungerhausen sind wir bis unters Dach ausgelastet.

Wir brauchen also dringend mehr Platz, gerade auch in Bezug auf Produktions- und Lagerflächen. Daher werden wir unseren gesamten Anlagenbau der Alois Müller GmbH nach Ungerhausen verlegen und damit gleichzeitig auch die lärm- und verkehrsintensiven Arbeiten raus aus der Stadt an die Autobahn verlagern.

In Memmingen gewinnen wir durch diesen Schritt wieder Platz, damit wir auch die Boom-Bereiche Service und Engineering in Zukunft ausbauen können. Vor allem das gesamte Energieconsulting und -contracting der E-Con AG, also alle planungsintensiven Tätigkeiten, bleiben in Memmingen. Es werden alle bereits bestehenden Geschäftsflächen am Hauptsitz auch weiterhin von der Alois Müller Gruppe genutzt. Durch das Aufsplitten schaffen wir optimale Bedingungen für die unterschiedlichen Arbeitsfelder. Nur so können wir langfristig in allen Bereichen nachhaltig wachsen.

Wie erklären Sie sich den Erfolg?

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Andreas Müller: Es ist tausendmal nachhaltiger und umweltfreundlicher, Komponenten in einer nahezu energieautarken Green Factory herzustellen, als tagelang auf der Baustelle Strom und Energie zu verschwenden
Bild: Ingo Jensen/Alois Müller

Das Konzept unserer Green Factory hat voll eingeschlagen. Wir haben vor fünf Jahren die erste nahezu energieautarke Produktion und Verwaltung als Modellprojekt realisiert, mit dem Ziel, auch andere Unternehmen für diese Art das nachhaltigen, energieeinsparenden und ressourcenschonenden Arbeitens zu begeistern. Das hat funktioniert. Wir werden hier mittlerweile in ganz Deutschland als Vorreiter wahrgenommen und dürfen für echte Top-Kunden arbeiten, die zur Champions League der deutschen Wirtschaft zählen.

Wir sind bei solchen Projekten nicht nur am Bau beteiligt, sondern binden diese hochkarätigen Kunden langfristig durch die Dienstleistung des Energieconsultings und -contractings an uns. Das ist ein absoluter Boom-Markt, denn immer mehr Unternehmen setzen ganz bewusst auf Nachhaltigkeit. Und das wird sich in den kommenden Jahren noch verstärken.

Woran liegt das?

Für die neue, junge Generation an Führungskräften und Nachfolgern zählen Schlagworte wie Nachhaltigkeit, Ressourcen schonen und Energiemanagement wie selbstverständlich zum Leben. Die haben zu Hause ein Smart Home und setzen das natürlich auch im Unternehmen in einer Smart Factory um. Hier gibt es ein riesiges Potenzial für die nächsten Generationen.

Und genau in diesem Markt wollen wir eine führende Rolle spielen und diese immer weiter ausbauen. Mit der Green Factory haben wir ja bereits bewiesen, dass eine nachhaltige und gleichzeitig wirtschaftlich rentable Produktion keine Vision bleiben muss, sondern längst Wirklichkeit geworden ist.

Mit dem Projekt Green Factory 2.0 setzen wir jetzt noch einen oben drauf. Das Projekt passt aber auch zu hundert Prozent zu uns, denn wir leben unseren Leitspruch „Energie im Fokus“ wirklich jeden Tag. Wenn wir es schaffen, möglichst viele Unternehmer von diesem Konzept der Green Factory zu überzeugen, dann ist die Energiewende keine Worthülse, sondern absolut realisierbar.

Wie wird die neue Green Factory genutzt?

In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, durch die Fertigung von Energiemodulen, die in unserer bestehenden Green Factory in Ungerhausen entstehen, einen ganz neuen Markt zu erschließen. Wir konnten den Grad der Vorfertigung erhöhen, weil wir hier die Vorteile von handwerklichem Know-how und industrieähnlichen Montagemöglichkeiten kombiniert haben.

Auch hier sticht übrigens die Karte mit der Nachhaltigkeit. Denn es ist tausendmal nachhaltiger und umweltfreundlicher, Komponenten in einer nahezu energieautarken Green Factory herzustellen, als tagelang auf der Baustelle Strom und Energie zu verschwenden. Auch aus diesem Grund setzt sich unser Modulkonzept immer stärker am Markt durch. Selbstverständlich setzen wir auch in der Green Factory 2.0 voll auf die Zukunftsthemen und auf Anlagen, die besonders wenig Strom und Energie verbrauchen.

Unter dem Gesichtspunkt Smart Factory und Smart Maintenance geht es auch um die volldigitale Wartung und Instandhaltung aller Komponenten der Technischen Gebäudeausstattung.

Das klingt nach attraktiven Arbeitsplätzen in der Green Factory 2.0

Ja, das ist ein ganz wichtiges Thema: Für uns als einen der führenden Anbieter im süddeutschen Raum geht es in erster Linie auch darum, als Arbeitgeber für Fachkräfte interessant zu sein. Daher wird die Green Factory 2.0 ein moderner Neubau für alle Bereiche, wir integrieren einen Campus mit High-Tech-Schulungsräumen genauso wie eine stylishe Kantine für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für den einen oder anderen mag das vielleicht übertrieben klingen, doch wir tun alles dafür, dass wir die besten Leute an unser Unternehmen binden, denn wir brauchen sie.

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