Die Kombinationsvielfalt macht den Unterschied

Hybridanlagen sind eine wertvolle Alternative zu der Monovariante – sie lassen sich flexibel anpassen
Effiziente Wärmeerzeuger sind die Basis für ein Gelingen der Energiewende. Doch nicht jede Situation vor Ort ist gleich. Umso wichtiger ist eine flexible Anpassungsfähigkeit, um den individuellen Bedingungen gerecht zu werden.

Hybridanlagen haben hier klar die Nase vorn – die Komponenten lassen sich zahlreich kombinieren und bieten so ein Maximum an Effizienz. Wir sprachen mit Hans-Jürgen Jahn über das Thema. Er ist Leiter des Produktmanagements bei Remeha.

Herr Jahn, Sie sind bereits seit 25 Jahren bei Remeha tätig. Daher haben Sie die Entwicklung der Heiztechnik in den letzten Jahren hautnah verfolgen können. Was hat sich allgemein an der Wärmeerzeugertechnik verändert?

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Hans-Jürgen Jahn ist Leiter des Produktmanagements und feierte im letzten Jahr sein 25-jähriges Jubiläum bei Remeha

Hans-Jürgen Jahn: So ziemlich alles. Auch wenn damals Remeha schon ein Gas-Brennwert-Programm von 10 bis über 1000 kW im Portfolio hatte. Damals aber noch auf der Basis von athmospärischen Kesseln mit nachgeschalteten Wärmetauschern. Zu jener Zeit waren Heizkesselhersteller ausschliesslich Lieferanten von Wärmeerzeugern und Trinkwasserspeichern.

Heute sprechen wir von Systemlösungen, regeltechnisch intelligent vernetzt. Zum Gaskessel sind Solarsysteme, Wärmepumpen und Kraft-Wärme-Kopplungen hinzugekommen. Zusammengefasst, vom Oldtimer zur HighTechnonolgy.

Systemlösungen ist genau das richtige Stichwort. Die individuelle Anpassungsfähigkeit der Heizanlage vor Ort ist das A und O. Hybridanlagen sind also die erste Wahl?

Definitiv ja. Im Neubau verlangt die Gesetzeslage die Einbringung von regenerativen Energien, aber auch im Modernisierungsmarkt ist es immer wichtiger verschiedene Technologien effizient zu verbinden.

Insellösungen sind damit Schnee von gestern und nicht mehr zeitgemäß?

Jein, natürlich gibt es noch immer einen großen Modernisierungsmarkt, heißt alter Heizkessel raus, neuer rein. Deutlich festzustellen ist aber auch, dass sich viele Endverbraucher Gedanken machen, wie man das Heizsystem effizienter machen kann. Im Großanlagenbereich ist das bereits nahezu Alltag. Unsere Technischen Anlagenberater stehen hierbei den Planungsbüros mit Rat und Tat zur Seite.

Welche Kombinationen sind empfehlenswert?

Pauschal möchte ich das gar nicht sagen. Wichtig für den Fachhandwerker ist es, die für den Kunden optimale Lösung zu finden. Wie schon gesagt, das können Kombinationen Gas-Brennwert mit Solar, mit Wärmepumpe oder Kraft-Wärme-Kopplung sein. Unsere Aufgabe als Hersteller ist es, den Fachhandwerker hierbei optimal zu unterstützen.

Die Absatzzahlen von Holzwärmeerzeuger haben nachgelassen. Wie sehen Sie diese Entwicklung? Sind nicht gerade Erneuerbare Energien eine wertvolle Ergänzung einer Hybriedanlage?

Natürlich ist es wichtig, dass Erneuerbare Energien eingebunden werden. Den doch spürbaren Rückgang der Holzwärmeerzeuger sehen wir darin begründet, dass der Aufwand bezüglich Wartung, Lagerhaltung Holz und Investition doch recht hoch sind. Dazu kommt die Feinstaubbelastung, welche nicht außer acht zu lassen ist.

Energieeffizienz und Umwelt immer stärker im Fokus

Lassen Sie uns über die Einsatzgebiete sprechen. Sind Hybridsysteme eher etwas für das Ein- und Zweifamilienhaus oder nur etwas für größere Liegenschaften?

Weder noch. Wir sehen diesen deutlichen Trend in beiden Segmenten. Zum einen ist im Neubaubereich die Gesetzeslage klar, zum anderen wird dem Thema Energieeffizienz und Umwelt immer mehr Beachtung geschenkt.

Umso mehr Wärmeerzeuger zum Einsatz kommen, umso schwieriger ist die hydraulische Einbindung. Welche Tipps können Sie dazu geben?

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Hans-Jürgen Jahn sieht Hybridanlagen im Trend: „Heute sprechen wir von Systemlösungen, regeltechnisch intelligent vernetzt. Zum Gaskessel sind Solarsysteme, Wärmepumpen und Kraft-Wärme-Kopplungen hinzugekommen“
Bilder: Remeha GmbH, Emsdetten

Hier sind wir gefragt. Im Ein- und Zweifamilienhaus ist es immer wichtiger Plug & Play Lösungen zu liefern. Hierbei sind der Montage- und Verdrahtungsaufwand so gering wie möglich zu halten. Somit natürlich auch mögliche Fehlerquellen möglichst auszuschliessen.

Gibt Remeha darüber hinaus bei der hydraulischen Planung Unterstützung?

Ja. Im Bereich Ein- und Zweifamilienhäuser ist die Hydraulik Bestandteil unserer Systeme. Für größere Liegenschaften, wir sprechen vom „commercial“ Bereich, stehen unseren Kunden technische Anlagenberater im Außendienst zur Verfügung. Diese unterstützen die Planungsbüros bzw. die Fachhandwerker bei der gesamten Planung. Hierzu gehören selbstverständlich auch Hydraulikschemata.

Eine letzte Frage: Nicht jeder Installateur hat tagtäglich mit Hybridanlagen zu tun. Bietet Remeha Schulungen in diesem Bereich an?

Selbstverständlich. Speziell geht es hierbei um unsere, wir nennen es, „LEGO“ Systeme. Mit relativ wenigen Komponenten können verschiedene Hybridsysteme erstellt werden. So sind zum Beispiel der Pufferspeicher und das Spitzenlast-Brennwertgerät immer gleich.

Unterschiedlich sind lediglich die Grundwärmeerzeuger wie Wärmepumpe, Kraft-Wärme-Kopplung oder Solar. Das nimmt die Scheu von etwas unerfahrenen Heizungsbauern. Kennt er ein System, kennt er alle. Die Einbindung und Montage ist immer nach dem gleichen Prinzip.

Selbstverständlich kann sich jeder Heizungsbauer neben einer Schulung auf unserer Homepage näher informieren oder eine Beratung unseres Gebietsverkaufsleiters in Anspruch nehmen.

Info → remeha

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