Frische Luft besonders leise

Klimaregulierung in Gesundheitszentren
Eine druckneutrale dezentrale Lüftungsanlage trägt zur Erfüllung der Schallschutznorm DIN 4109 bei und erleichtert die Bedienung durch Smartphone-Steuerung. In einem Oldenburger Neubau wurde eine Zahnarztpraxis mit 20 dezentralen Geräten ausgestattet.

Neubauten müssen heutzutage nahezu luftdicht sein, um den Energieverlust möglichst gering zu halten. Gleichzeitig ist in gewerblich genutzten Gebäuden nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) eine „ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft“ notwendig. Auch könnte die Bausubstanz des Gebäudes aufgrund nicht abgeführter Feuchtelasten bei nicht sachgemäßer Lüftung Schaden nehmen und das Risiko von Schimmelbildung steigen.

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Bild 1: Um das Raumklima so angenehm wie möglich zu gestalten und individuell steuern zu können, einigten sich der Hauseigentümer und die Installationsfirma in enger Abstimmung mit den Mietern auf ein dezentrales Lüftungssystem

Speziell in Arztpraxen, in denen sich für gewöhnlich viele Patienten aufhalten, ist ein regelmäßiger Luftwechsel deshalb sehr wichtig. Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund des Schutzes der Privatsphäre hier die DIN 4109 einzuhalten ist: Auch Innentüren und -wände müssen demnach schalldicht sein, um die Privatsphäre des Patienten zu schützen.

Beim Neubau eines Gebäudes in Oldenburg, das unter anderem die Zahnarztpraxis von Alexander Matz beherbergt, war es deshalb wichtig, dass das Lüftungssystem diese Kriterien erfüllt und sich bequem vom Praxisteam bedienen lässt.

Seit wenigen Monaten empfängt der Zahnarzt Alexander Matz seine Patienten in einem hellen Neubau (Bild 1) im niedersächsischen Oldenburg.

Damit sich sowohl das Personal als auch die Patienten während ihres Aufenthaltes in der Praxis wohlfühlen, sollte ein System für fortwährend frische Luft in den Behandlungsräumen sowie im Wartezimmer sorgen. Zudem war die Erfüllung der DIN 1946 mit einer nutzerunabhängigen Lüftungsanlage und eine einfache Bedienung durch das Praxispersonal eine Grundvoraussetzung.

Da sehr enge Platzverhältnisse in der Praxis herrschen, war es jedoch nicht möglich, eine zentrale Anlage zu installieren. Zudem muss der entsprechend DIN 4109 hohe Schallschutz für Arztpraxen eingehalten werden. Das bedeutet, dass ein Luftwechsel über Türunterschnitte möglichst vermieden werden sollte. Um all diese Anforderungen zu erfüllen, war deshalb ein spezielles Lüftungssystem notwendig.

Druckneutrales Lüftungsgerät für die Erfüllung der Schallschutznorm

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Bild 2: Da VENTO Expert DUO A30-1 W druckneutral arbeitet, trägt er auch zur Erfüllung der für Praxen geforderten Schallschutznorm DIN 4109 bei

Die Verantwortlichen entschieden sich schließlich für eine Lösung der Blauberg Ventilatoren GmbH aus München: Für Fälle, in denen für die Einhaltung der Schallschutznorm ein druckneutraler Betrieb benötigt wird, hat das Unternehmen die Einzelraumlüftungsanlage VENTO Expert DUO A30-1 W entwickelt.

Das Gerät (Bild 2) erzielt eine Förderleistung von bis zu 30 m³/h und einen Wärmerückgewinnungsgrad von bis zu 85 %, wodurch nur sehr wenig Heizenergie verloren geht. Zudem verfügt es über einen integrierten Feuchtesensor, so dass sich die Lüftungsanlagen dem lokalen Lüftungsbedarf automatisch anpassen, wie dies bei einer erhöhten Raumfeuchtigkeit der Fall ist.

Der Vorteil dieser Geräte besteht darin, dass sie druckneutral lüften und so keine Türunterschnitte zur Herstellung des Lüftungsverbundes  notwendig sind. Auf diese Weise kann die Schallschutznorm ohne zusätzlichen Aufwand eingehalten werden. Außerdem garantieren sie einen besonders leisen Betrieb.

Dadurch gewährleistet das Gerät zum einen, dass sich die Patienten in einer ruhigen und entspannten Umgebung befinden und nicht durch Geräusche aus anderen Räumen gestört werden. Zum anderen sorgt die Einhaltung der Norm dafür, dass sich Arzt und Patient in einer vertraulichen Atmosphäre im Behandlungszimmer unterhalten können und keine Gefahr besteht, dass die Gespräche von anderen Personen mitgehört werden.

Einfache Installation, Bedienung und Wartung

Neben der Einhaltung der Schallschutznorm war dem Inhaber der Zahnarztpraxis, Alexander Matz, auch ein dezentes und gleichzeitig elegantes Design wichtig. Die Lüftungsanlagen fügen sich unauffällig in die einzelnen Räume ein. Zu diesem Zweck wurde auch auf externe Bedienfelder verzichtet. Damit sich die Anlage trotzdem bequem regeln lässt, wurden die praxisinternen WLAN-Netze und die damit verbundenen Smartphones mit der VENTO APP ausgerüstet.

Dies kam auch dem Installateur zugute. Da keine externen Bedienfelder notwendig waren, konnte die Verdrahtung relativ einfach bewerkstelligt werden, z.B die Elektroinstallation. So musste  nicht auf zusätzliche Schalter oder Taster geachtet werden. Auf diese Weise gestaltet sich die Inbetriebnahme und Wartung sehr einfach.

Einrichtung der App-Steuerung durch enge Zusammenarbeit mit IT-Verantwortlichen

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Bild 3: Insgesamt wurden 20 VENTO Expert DUO A30-1 W in der Zahnarztpraxis verbaut – davon jeweils zwei Geräte in jedem Behandlungszimmer
Bilder: Blauberg Ventilatoren GmbH

Die Firma Koop Haustechnik war im Mai 2016 über einen Handelspartner von Blauberg Ventilatoren GmbH damit beauftragt worden, nach ausführlicher Beratung das Lüftungssystem in der Zahnarztpraxis mittels kleiner Kernlochbohrung zu installieren.

Die Ausführung erfolgte von Juli 2016 bis November 2017. Eingebaut wurden insgesamt 20 Geräte in zehn Räumen – darunter sechs Behandlungszimmer (Bild 3) , zwei Büros, ein Aufenthaltsraum sowie ein Wartezimmer.

Nach Abschluss der Installation übernahm der Außendienst von Blauberg Ventilatoren die technischen Arbeiten. Da es in der Zahnarztpraxis mehrere WLAN-Netzwerke gibt, stimmten der Hersteller die Einrichtung der einzelnen Gruppen, in die die Geräte eingeteilt wurden, eng mit dem IT-Verantwortlichen der Zahnarztpraxis ab.

Für jeden Raum wurde eine Gruppe gebildet und entsprechend benannt, so dass sich die Lüftung in jedem Zimmer individuell und raumspezifisch regulieren lässt. Schließlich führte der Außendienst des Herstellers eine Schulung des Praxisteams über die Steuerung durch und beantwortete etwaige Fragen.

After-Sales-Betreuung direkt durch den Hersteller

Blauberg Ventilatoren gibt auch nach der Inbetriebnahme Tipps zum effizienten Lüften.  So lohnt es sich z. B. vor allem im Sommer, nachts auf Querluftbetrieb umzustellen, um die kühle Luft auszunutzen. Die so vorgekühlten Räume kommen tagsüber meist ohne zusätzliche Klimaanlage aus. Dadurch lässt sich auch im Sommer Energie einsparen. Bei Bedarf schickt der Hersteller zudem das Außendienstteam in die Zahnarztpraxis, etwa um Nachjustierungen durchzuführen.

Die Zusammenarbeit mit Blauberg Ventilatoren habe von Anfang an sehr gut funktioniert – von der Installation durch die Firma Koop Haustechnik bis hin zu Schulungen und Terminen nach der Inbetriebnahme, zeigt sich Praxisinhaber Matz zufrieden.

Autor

Martin Edler von Dall’Armi ist Geschäftsführer der Blauberg Ventilatoren GmbH, die er 2012 gegründet hat.

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